Ortsgeschichte Strombergs

Die Beckumer Berge erreichen bei Stromberg (von keltisch Strongberge = starker Berg, heiliger Berg) mit 150 Metern nicht ihre größte Höhe, entfalten aber hier das stärkste Relief und ihr schönsten landschaftlichen Reize.

Auf einem in Steilabfällen nach Süden vorstoßenden Höhenrücken stand ehemals die fürtbischöfliche Höhenburg Stromberg. Sie gehörte zu den ältesten und umfangreichsten Anlagen, die der Sicherung der Weltlichen Hoheit des Bistums Münster errichtet wurden. Im Schutz dieser Burg konnten sich das Christentum und die umliegenden Dörfer und Klöster entwickeln.

Die Burg, die mit einer ritterlichen Burgmannschaft sowie einem hochadeligen Burggrafen an der Spitze besetzt war, bildete ein unregelmäßiges Viereck (s. Grundriss) mit einer 750 Meter langen, nur noch stückweise erhaltenen Umfassungsmauer und einem Tortur (Paulusturm im Norden). In der nördlichen Hälfte der Burg lagen die bis auf eines verschwundenen Burgmannshäuser und in der Südhälfte das bischöfliche Amtshaus und das Burghaus der Burggrafen.

Urkundlich tritt der Name Stromberg schon vor der 1. Jahrtausendwende auf. 966 wurden die Burggrafen von Stromberg unter jenen Edlen des Reiches genannt, die den Kaiser zu wählen hatten. In einer Lehensurkunde des Bischofs Hermann von Münster von 1177 werden Burggraf Othalrich und seine Gemahlin Gisela namentlich erwähnt. Da aber deren Sohn Godfried kinderlos starb, fielen die Burg und die Burggrafenwürde durch Heirat von Othalrichs Tochter Gisela an Konrad von Rüdenberg (vermutlich vom Oberhof Mark bei Hamm). Das neue Geschlecht, das Namen und Wappen der alten Burggrafen klik annahm, hatte das Burggrafenamt bis zu seinem Aussterben bald nach 1411 inne. Fortan wurde es nicht mehr besetzt, da die Bischöfe von Münster von Beginn des 15. Jh. an selbst diesen Titel führten.

 

Die Burg verlor somit ihre wesentliche Bedeutung und verfiel ab 1780 dem Abbruch. Erhalten sind außer Teilen der Umfassungsmauer der einst mit Graben und Zugbrücke gesicherte Paulusturm als Hauptzugang zum Burgbezirk, benannt nach dem münsterischen Bistumspatron St. Paulus, mit Pilgerglocke aus dem 13. Jh., das Mallickrodthaus, ein steilgiebliges, spätgotisches Burgmannshaus (heute Pfarrheim der kath. Kirchengemeinde), der 30 Meter tiefe Burgbrunnen und die Kreuzkirche (Wallfahrtskirche des Hl. Kreuzes zu Stromberg).

 

Die Pfarrei Stromberg, 1221 erstmals urkundlich erwähnt, hat als Pfarrkirche die Lambertikirche am Fuße des Strombergs. Hier und an den nördlichen Zugängen der Burg hatte sich seit dem späten Mittelalter eine Siedlung gebildet, das Wigbold Stromberg. Mit der preußischen Gebietsreform zu Beginn des 19. Jh. wurde das bischöfliche Amt Stromberg aufgelöst und dem Kreis Beckum zugeordnet. Die nordrhein-westfälische Gebietsreform von 1975 vereinigte Stromberg politisch mit Oelde im neuen Kreis Warendorf.

 

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